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Beurteilungskompass

Glossar

30 Begriffe rund um kompetenzorientierte Beurteilung — aus allen Texten der Plattform verlinkt.

Allokation
Gesellschaftliche Funktion der Schule, Lernende verschiedenen Laufbahnen zuzuweisen – nicht zu verwechseln mit Selektion der Besten.
Siehe auch: Selektion / Selektionsdruck, Prognostische Beurteilung
Beurteilungsfehler
Systematische Verzerrung einer Beurteilung, die nicht mit der eigentlichen Leistung zusammenhängt, z. B. Reihenfolgeeffekt oder Halo-Effekt.
Siehe auch: Objektivität
Beurteilungsraster (Rubric)
Instrument, das für mehrere Kriterien beschreibt, woran sich unterschiedliche Qualitätsstufen einer Leistung zeigen.
Siehe auch: Sachnorm (kriteriale Norm)
Bezugsnorm
Der Massstab, an dem eine Leistung gemessen wird: Sachnorm, Individualnorm oder Sozialnorm.
Siehe auch: Sachnorm (kriteriale Norm), Individualnorm, Sozialnorm
Constructive Alignment
Prinzip, Lernziele, Lernangebot und Beurteilung von der angestrebten Anwendungssituation her aufeinander abzustimmen.
Siehe auch: Lernziel
Diagnostische Kompetenz
Fähigkeit einer Lehrperson, Lernstand, Lernvoraussetzungen und Schwierigkeiten von Schülerinnen und Schülern zutreffend einzuschätzen.
Elaboriertes Feedback
Rückmeldung, die über richtig/falsch hinausgeht und erklärt, woran eine Einschätzung liegt und was der nächste Schritt ist.
Entwicklungsorientierte Zugänge
Im 1. Zyklus verwendete, entwicklungspsychologisch ausgerichtete Perspektiven, die den Unterricht von der kindlichen Entwicklung statt nur von Fachlogik her denken.
Siehe auch: Zyklus (Lehrplan 21)
Formative Beurteilung
Beurteilung, die den Lernprozess begleitet und fördert, ohne zwingend in einer Note zu münden.
Siehe auch: Summative Beurteilung, Prognostische Beurteilung
Grundanspruch
Im Lehrplan 21 die Mindestanforderung, die am Ende eines Zyklus von möglichst allen Lernenden erreicht werden soll.
Siehe auch: Orientierungspunkt, Zyklus (Lehrplan 21)
Individualnorm
Bezugsnorm, bei der eine Leistung am bisherigen Lernfortschritt derselben Person gemessen wird.
Siehe auch: Bezugsnorm, Sachnorm (kriteriale Norm)
Kompetenz
Verbindung von Wissen, Können und Bereitschaft, die es erlaubt, in einer konkreten Situation erfolgreich zu handeln. Mehr als reines Fachwissen.
Siehe auch: Kompetenzorientierung, Performanz
Kompetenzorientierung
Ausrichtung von Unterricht und Beurteilung auf die Anwendung von Wissen und Können in konkreten Situationen, wie sie der Lehrplan 21 vorgibt.
Siehe auch: Kompetenz
Lernziel
Konkretisierung einer Lehrplankompetenz in ein beobachtbares Verhalten oder Produkt.
Siehe auch: Grundanspruch, Constructive Alignment
Nachteilsausgleich
Anpassung der Rahmenbedingungen einer Prüfung bei diagnostizierter Beeinträchtigung, ohne das fachliche Anspruchsniveau zu senken.
Objektivität
Gütekriterium: Unabhängigkeit des Beurteilungsergebnisses von der beurteilenden Person.
Siehe auch: Reliabilität, Validität
Orientierungspunkt
Im Lehrplan 21 ein Hinweis auf besonders anspruchsvolle oder besonders elementare Kompetenzstufen, die über oder unter dem Grundanspruch liegen.
Siehe auch: Grundanspruch
Peerfeedback
Strukturierte Rückmeldung unter Lernenden, die Mitlernende als Ressource für das eigene und das Lernen anderer nutzt.
Performanz
Die tatsächlich gezeigte Leistung in einer bestimmten Situation – im Unterschied zur zugrunde liegenden Kompetenz, die auch verborgen bleiben kann.
Siehe auch: Kompetenz
Prognostische Beurteilung
Beurteilung, die für Laufbahnentscheide (z. B. Übertritt, Selektion) genutzt wird und damit gesellschaftliche Tragweite hat.
Siehe auch: Allokation, Selektion / Selektionsdruck
Reliabilität
Gütekriterium: Zuverlässigkeit bzw. Stabilität eines Beurteilungsergebnisses bei Wiederholung.
Siehe auch: Objektivität, Validität
Sachnorm (kriteriale Norm)
Bezugsnorm, bei der eine Leistung an vorher festgelegten, fachlichen Kriterien gemessen wird – unabhängig von anderen Lernenden.
Siehe auch: Bezugsnorm, Individualnorm, Sozialnorm
Selbstbeurteilung
Einschätzung des eigenen Lernstands anhand von Kriterien, als Grundlage für Eigenverantwortung im Lernprozess.
Siehe auch: Peerfeedback
Selektion / Selektionsdruck
Auswahlverfahren mit begrenzten Plätzen (z. B. Übertritt), das mit steigendem Zeitdruck zunehmend Einfluss auf Beurteilung und Notengebung nimmt.
Siehe auch: Allokation, Zyklus (Lehrplan 21)
Sozialnorm
Bezugsnorm, bei der eine Leistung im Vergleich zu einer Gruppe (z. B. der Klasse) eingeordnet wird.
Siehe auch: Bezugsnorm, Selektion / Selektionsdruck
Standortgespräch
Geplantes, ausführlicheres Gespräch über den Lernstand zwischen Lehrperson und Lernendem, teils mit Eltern.
Siehe auch: Elaboriertes Feedback
Summative Beurteilung
Beurteilung, die einen Lernstand zu einem bestimmten Zeitpunkt bilanziert, oft mit einer Note.
Siehe auch: Formative Beurteilung
Überfachliche Kompetenzen
Personale, soziale und methodische Kompetenzen, die eng mit fachlichen Kompetenzen verflochten sind und nicht isoliert aufgebaut werden.
Siehe auch: Kompetenz
Validität
Gütekriterium: Ausmass, in dem tatsächlich das gemessen wird, was gemessen werden soll – oft das wichtigste, aber am ehesten übersehene Kriterium.
Siehe auch: Objektivität, Reliabilität
Zyklus (Lehrplan 21)
Mehrjähriger Abschnitt der Volksschulzeit (1. Zyklus: Kindergarten bis 2. Klasse, 2. Zyklus: 3.–6. Klasse, 3. Zyklus: 7.–9. Klasse), über den hinweg Kompetenzen aufgebaut werden.
Siehe auch: Grundanspruch