Elaboriertes Feedback geben
Passt zu: Kommunizieren
Was
Elaboriertes Feedback beschränkt sich nicht auf «richtig» oder «falsch», sondern erklärt, woran das liegt und wie es weitergehen kann. Es ist die lernwirksamste Form von Rückmeldung.
Direkt nutzbar: Die Feedback-Formulierungshilfe bietet Satzanfänge zum Kopieren, «Besser sagen»-Beispiele und einen kurzen Selbsttest.
Wann einsetzen
Direkt im Unterricht, in Feedbackgesprächen und bei der schriftlichen Rückmeldung zu Arbeiten – immer dann, wenn eine Rückmeldung tatsächlich zum Weiterlernen beitragen soll.
So geht's
- Beantworte drei Fragen: Wohin will die Person? Wo steht sie? Was ist der sinnvolle nächste Schritt?
- Beziehe dich auf konkrete, beobachtbare Aspekte der Leistung, nicht auf die Person als Ganzes.
- Beginne mit einer Stärke, bevor du auf ein Entwicklungsfeld eingehst.
- Formuliere den nächsten Schritt so konkret, dass er sofort umsetzbar ist («übe X anhand von Y»), statt allgemein («mehr üben»).
- Gib Raum, das Feedback aktiv zu verarbeiten (z. B. Überarbeitung), statt es nur entgegenzunehmen.
Beispiel
Statt «gut gemacht» erhält eine Schülerin nach einer Präsentation: «Du hast den Text verständlich und deutlich gesprochen, und ein Grossteil war rhythmisch korrekt. Versuch jetzt, die Tonhöhen genauer zu treffen – höre dir die markierten Stellen auf der Aufnahme noch einmal an und sing dazu mit.»
Stolpersteine
- Reines Lob («super!») fühlt sich gut an, hilft aber kaum beim Weiterlernen.
- Zu viele Punkte gleichzeitig überfordern – ein bis zwei konkrete nächste Schritte reichen meist.
- Feedback ohne Gelegenheit zur Verarbeitung (z. B. direkt vor der nächsten Prüfung) verpufft wirkungslos.
Fachliche Grundlage: Hanni Lötscher, Markus Roos, «Kapitel 8.1», in Lötscher, Naas, Roos (Hrsg.), Kompetenzorientiert beurteilen, hep 2023 — eigenständig bearbeitet und neu formuliert. Quelle & Lizenz (CC BY 4.0).