Englisch · Zyklus 2 · Sprechen (monologisch)
How good is my English? «Sprechen» kompetenzorientiert beurteilen
Andrea Zeiger · Beurteilungsfunktion: formativ, summativ
Abgedeckte Phasen: Planen und Ziele setzen, Lernangebot nutzen, Beobachten und befragen, Analysieren und bewerten, Kommunizieren
Steckbrief
In einer 5. Klasse stellen die Schülerinnen und Schüler ein selbst gewähltes Tier in einem kurzen Vortrag vor. Am Beispiel dieser produktiven Fertigkeit «Sprechen» zeigt das Fachbeispiel, wie sich mündliche Sprachkompetenz auf dem Niveau A2.1 fair beurteilen lässt. Leitprinzip: meaning before form — auf der elementaren Stufe steht das sprachliche Handeln über der formalen Korrektheit. Grundlage der Kriterien sind die fünf Qualitätsaspekte des GER (Spektrum, Korrektheit, Flüssigkeit, Interaktion, Kohärenz).
Durchlauf durch den Kreislauf
Planen
Die Aufgabe ist direkt an eine Lehrplan-21-Kompetenz gebunden (monologisches Sprechen, A2.1). Aus den GER-Qualitätsaspekten wird ein praktikables Kriterienraster abgeleitet; das abstrakte Kriterium «Kohärenz» wird dabei bewusst unter «Spektrum» subsumiert und «Interaktion» im monologischen Fall zu «Erfüllung der Aufgabenstellung» umgedeutet.
Nutzen
Vor der finalen Präsentation geben sich die Kinder gegenseitig ein förderorientiertes Peerfeedback anhand desselben Rasters — ein Kind achtet auf Inhalt und Struktur, das andere auf Aussprache und Wortschatz. Grammatik wird bewusst ausgeklammert, weil sie für Peers schwer einzuschätzen ist.
Beobachten und bewerten
Die Lehrperson beobachtet passiv-teilnehmend und hält ihre Einschätzung anhand des Rasters fest. Eine Audio- oder Videoaufnahme erlaubt es, Flüssigkeit, Aussprache und Korrektheit in Ruhe und möglichst frei von unbewussten Eindrücken zu beurteilen. Die Analyse dreier Beispielvorträge zeigt: Unterschiedliche Stärkeprofile können in der Gesamtbewertung dennoch zu einer vergleichbaren Leistung führen — die Gewichtung der Kriterien liegt im begründeten Ermessen der Lehrperson.
Kommunizieren
Das schriftliche Feedback benennt zuerst die Stärken und gibt dann konkrete Förderhinweise («Versuche, das Füllwort ‹ähm› zu vermeiden — übe die Präsentation mehrmals zu Hause»). So dient die summative Beurteilung zugleich dem weiteren Lernen.
Genutzte Werkzeuge
Fachliche Grundlage: Andrea Zeiger, Kapitel 7, Fachbeispiel Englisch, in Lötscher, Naas, Roos (Hrsg.), Kompetenzorientiert beurteilen, hep 2023 — eigenständig bearbeitet und neu formuliert. Quelle & Lizenz (CC BY 4.0).