Beobachten und befragen
Wie komme ich zu verlässlichen Informationen über den Lernstand?
Verlässliche Informationen zum Lernstand gewinnen
Um beurteilen zu können, braucht es zuerst verlässliche Informationen über den Lernstand. Sie entstehen auf drei Wegen: durch Beobachten, durch Befragen und durch das Analysieren von Produkten und Dokumenten. Reichhaltige Aufgaben und der bewusste Umgang mit Fehlern machen diese Informationen aussagekräftiger.
Beobachten
Wahrnehmen, wie Lernende vorgehen – aktiv-teilnehmend im Gespräch oder passiv-teilnehmend von aussen.
Befragen
Im Gespräch nachfragen, wie eine Lösung zustande kam und welche Vorstellung dahintersteckt.
Produkte und Dokumente analysieren
Lernprodukte, Texte und Aufzeichnungen auswerten – nicht nur, ob ein Resultat richtig ist.
Verlässliche Informationen zum Lernstand
Sie machen sichtbar, wie Lernende denken und vorgehen – und lassen sich für das weitere Lernen nutzen, nicht nur als richtig oder falsch markieren.
Reichhaltige Aufgaben
Diagnostisch ergiebige Aufgaben machen unterschiedliche Lösungswege sichtbar und liefern mehr Information als isolierte Testfragen.
Fehler als Informationsquelle
Fehler zeigen, welche Vorstellung dahintersteckt. Gemeinsam besprochen werden sie für das weitere Lernen nutzbar, statt nur markiert zu werden.
Beobachtungsfehler beachten
Verzerrungen wie der Halo-Effekt oder der erste Eindruck beeinflussen die Wahrnehmung. Klare Kriterien und bei Unsicherheit eine zweite Einschätzung machen Beobachtungen verlässlicher.
Werkzeug: Typische Beurteilungsfehler vermeidenVerlässliche Beurteilung beginnt mit verlässlichen Informationen – gewonnen durch Beobachten, Befragen und das Analysieren von Produkten und Dokumenten.
So gehst du vor
- Beobachtungsanlass bewusst wählen: Entscheide, ob aktiv-teilnehmende Beobachtung (du bist im Gespräch) oder passiv-teilnehmende Beobachtung (du beobachtest von aussen) zur Frage passt.
- Instrument vorbereiten: Nutze einen einfachen Beobachtungsbogen mit klaren Kriterien, statt Eindrücke ungeordnet im Kopf zu behalten.
- Reichhaltige Aufgaben einsetzen: Wähle Aufgaben, die unterschiedliche Lösungswege sichtbar machen und Gespräche über Lösungswege provozieren.
- Fehler gezielt nutzen: Bespreche typische Fehler gemeinsam mit der Klasse, statt sie nur zu korrigieren – das macht Denkwege sichtbar.
- Beobachtungsfehler kennen: Sei dir Verzerrungen bewusst (z. B. Halo-Effekt, erster Eindruck) und hole bei Unsicherheit eine zweite Einschätzung ein.
Was heisst das für unsere Schule?
Ein gemeinsamer Pool bewährter, diagnostisch ergiebiger Aufgaben pro Fachschaft erspart jeder Lehrperson die Neuentwicklung und macht Beobachtungen über Klassen hinweg vergleichbarer.
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