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Beurteilungskompass

Beobachten und befragen

Wie komme ich zu verlässlichen Informationen über den Lernstand?

Verlässliche Informationen zum Lernstand gewinnen

Um beurteilen zu können, braucht es zuerst verlässliche Informationen über den Lernstand. Sie entstehen auf drei Wegen: durch Beobachten, durch Befragen und durch das Analysieren von Produkten und Dokumenten. Reichhaltige Aufgaben und der bewusste Umgang mit Fehlern machen diese Informationen aussagekräftiger.

Beobachten

Wahrnehmen, wie Lernende vorgehen – aktiv-teilnehmend im Gespräch oder passiv-teilnehmend von aussen.

Befragen

Im Gespräch nachfragen, wie eine Lösung zustande kam und welche Vorstellung dahintersteckt.

Produkte und Dokumente analysieren

Lernprodukte, Texte und Aufzeichnungen auswerten – nicht nur, ob ein Resultat richtig ist.

Verlässliche Informationen zum Lernstand

Sie machen sichtbar, wie Lernende denken und vorgehen – und lassen sich für das weitere Lernen nutzen, nicht nur als richtig oder falsch markieren.

Reichhaltige Aufgaben

Diagnostisch ergiebige Aufgaben machen unterschiedliche Lösungswege sichtbar und liefern mehr Information als isolierte Testfragen.

Fehler als Informationsquelle

Fehler zeigen, welche Vorstellung dahintersteckt. Gemeinsam besprochen werden sie für das weitere Lernen nutzbar, statt nur markiert zu werden.

Beobachtungsfehler beachten

Verzerrungen wie der Halo-Effekt oder der erste Eindruck beeinflussen die Wahrnehmung. Klare Kriterien und bei Unsicherheit eine zweite Einschätzung machen Beobachtungen verlässlicher.

Werkzeug: Typische Beurteilungsfehler vermeiden

Verlässliche Beurteilung beginnt mit verlässlichen Informationen – gewonnen durch Beobachten, Befragen und das Analysieren von Produkten und Dokumenten.

Verlässliche Informationen zum Lernstand entstehen durch Beobachten, Befragen und das Analysieren von Produkten und Dokumenten. Reichhaltige Aufgaben und der bewusste Umgang mit Fehlern und Beobachtungsfehlern erhöhen ihre Aussagekraft.Nach Lötscher, Naas und Roos: Kompetenzorientiert beurteilen, 2. Auflage 2023, bearbeitet.
Verlässliche Informationen zum Lernstand entstehen auf drei Wegen: durch Beobachten, wie Lernende vorgehen, durch Befragen im Gespräch und durch das Analysieren von Produkten und Dokumenten. Reichhaltige, diagnostisch ergiebige Aufgaben machen Denkwege sichtbar. Auch Fehler sind eine wertvolle Informationsquelle. Beobachtungsfehler wie der Halo-Effekt oder der erste Eindruck sollten bewusst beachtet werden.

So gehst du vor

  1. Beobachtungsanlass bewusst wählen: Entscheide, ob aktiv-teilnehmende Beobachtung (du bist im Gespräch) oder passiv-teilnehmende Beobachtung (du beobachtest von aussen) zur Frage passt.
  2. Instrument vorbereiten: Nutze einen einfachen Beobachtungsbogen mit klaren Kriterien, statt Eindrücke ungeordnet im Kopf zu behalten.
  3. Reichhaltige Aufgaben einsetzen: Wähle Aufgaben, die unterschiedliche Lösungswege sichtbar machen und Gespräche über Lösungswege provozieren.
  4. Fehler gezielt nutzen: Bespreche typische Fehler gemeinsam mit der Klasse, statt sie nur zu korrigieren – das macht Denkwege sichtbar.
  5. Beobachtungsfehler kennen: Sei dir Verzerrungen bewusst (z. B. Halo-Effekt, erster Eindruck) und hole bei Unsicherheit eine zweite Einschätzung ein.

Was heisst das für unsere Schule?

Ein gemeinsamer Pool bewährter, diagnostisch ergiebiger Aufgaben pro Fachschaft erspart jeder Lehrperson die Neuentwicklung und macht Beobachtungen über Klassen hinweg vergleichbarer.

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