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Beurteilungskompass

Planen und Ziele setzen

Wie plane ich eine Einheit so, dass Beurteilung von Anfang an mitgedacht ist?

Ziele, Lernen und Beurteilung aufeinander abstimmen

Beim Constructive Alignment werden Lernziele, Lernaktivitäten und Beurteilungsanlässe gemeinsam geplant. Entscheidend ist, dass Lernende im Unterricht genau jene Kompetenzen aufbauen und anwenden können, die später auch beurteilt werden.

Bereich 1

Lernziel und intendierte Performanz

Was sollen die Lernenden am Ende in einer konkreten Situation können?

Das Ziel beschreibt eine beobachtbare Handlung oder ein sichtbares Produkt.

Bereich 2

Lernangebot und Lernaktivitäten

Welche Aufgaben und Lernwege unterstützen den Kompetenzaufbau?

Die Lernenden üben, erproben, reflektieren und wenden die angestrebte Kompetenz an.

Bereich 3

Beurteilungsanlass

Woran wird sichtbar, ob das Ziel erreicht wurde?

Die Überprüfung verlangt jene Handlung oder Leistung, die im Lernziel beschrieben und im Unterricht aufgebaut wurde.

Aufeinander abgestimmt

Backwash-Effekt

Was und wie geprüft wird, beeinflusst, was und wie gelernt wird.

Die Rückwirkung führt vom Beurteilungsanlass zurück auf das Lernangebot: Die Art der Beurteilung wirkt auf das Lernen zurück.

Positiver Backwash

Wenn die Beurteilung vertieftes Verstehen, Anwenden, Problemlösen und Reflektieren verlangt, richten Lernende ihre Vorbereitung eher auf diese Kompetenzen aus.

Vergleich: nicht abgestimmt und abgestimmt

Nicht abgestimmtGeringe Passung
Lernziel
Eine Position nachvollziehbar begründen.
Lernangebot
Begriffe auswendig lernen.
Beurteilung
Begriffe in einem Multiple-Choice-Test erkennen.

Ziel, Lernen und Beurteilung verlangen unterschiedliche Leistungen.

AbgestimmtHohe Passung
Lernziel
Eine Position nachvollziehbar begründen.
Lernangebot
Argumente entwickeln, prüfen und diskutieren.
Beurteilung
Eine Position mit geeigneten Argumenten begründen.

Ziel, Lernen und Beurteilung richten sich auf dieselbe Kompetenz.

Was am Ende beurteilt wird, beeinflusst, worauf Lernende ihre Aufmerksamkeit und Anstrengung richten.

Constructive Alignment verbindet die angestrebte Performanz, das Lernangebot und den Beurteilungsanlass. Der Backwash-Effekt zeigt die Rückwirkung der Beurteilung auf das Lernen.Nach Lötscher und Roos, in Lötscher, Naas und Roos: Kompetenzorientiert beurteilen, 2. Auflage 2023, Abbildung 11, bearbeitet.
Beim Constructive Alignment werden Lernziel, Lernangebot und Beurteilungsanlass aufeinander abgestimmt. Das Lernziel beschreibt, was Lernende am Ende in einer konkreten Situation können sollen. Das Lernangebot unterstützt den Aufbau dieser Kompetenz. Der Beurteilungsanlass macht die Zielerreichung sichtbar. Der Backwash-Effekt bedeutet, dass die Art der Beurteilung beeinflusst, worauf Lernende ihre Aufmerksamkeit und Vorbereitung richten.

So gehst du vor

  1. Vom Ende her denken: Formuliere zuerst die Anwendungssituation – was sollen die Lernenden am Schluss tun können, und in welchem konkreten Kontext?
  2. Kompetenzen zu Lernzielen konkretisieren: Leite aus der Lehrplan-21-Kompetenz ein oder mehrere beobachtbare Lernziele ab (Verb + Produkt/Verhalten + Kontext).
  3. Niveaus mitdenken: Plane für unterschiedliche Ausgangslagen – ein Basisziel und ein erweitertes Ziel statt eines einzigen Anspruchsniveaus für alle.
  4. Erfolgskriterien festlegen: Bestimme 2 bis 4 Kriterien, an denen sich Qualität zeigt, und formuliere sie so, dass Lernende sie verstehen.
  5. Transparenz herstellen: Kommuniziere Ziele und Kriterien vor oder zu Beginn der Einheit – z. B. mit Beispielen guter Lösungen oder einem Kriterienraster.

Was heisst das für unsere Schule?

Wenn ein Team sich auf eine gemeinsame Vorlage für Lernziele und Kriterien einigt, sinkt der Aufwand für die einzelne Lehrperson, und Lernende erleben über Fächer und Klassen hinweg eine konsistente Erwartungshaltung. Das ist ein naheliegendes erstes Entwicklungsfeld für eine pädagogische Konferenz.

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