Planen und Ziele setzen
Wie plane ich eine Einheit so, dass Beurteilung von Anfang an mitgedacht ist?
Ziele, Lernen und Beurteilung aufeinander abstimmen
Beim Constructive Alignment werden Lernziele, Lernaktivitäten und Beurteilungsanlässe gemeinsam geplant. Entscheidend ist, dass Lernende im Unterricht genau jene Kompetenzen aufbauen und anwenden können, die später auch beurteilt werden.
Lernziel und intendierte Performanz
Was sollen die Lernenden am Ende in einer konkreten Situation können?
Das Ziel beschreibt eine beobachtbare Handlung oder ein sichtbares Produkt.
Lernangebot und Lernaktivitäten
Welche Aufgaben und Lernwege unterstützen den Kompetenzaufbau?
Die Lernenden üben, erproben, reflektieren und wenden die angestrebte Kompetenz an.
Beurteilungsanlass
Woran wird sichtbar, ob das Ziel erreicht wurde?
Die Überprüfung verlangt jene Handlung oder Leistung, die im Lernziel beschrieben und im Unterricht aufgebaut wurde.
Backwash-Effekt
Was und wie geprüft wird, beeinflusst, was und wie gelernt wird.
Die Rückwirkung führt vom Beurteilungsanlass zurück auf das Lernangebot: Die Art der Beurteilung wirkt auf das Lernen zurück.
Positiver Backwash
Wenn die Beurteilung vertieftes Verstehen, Anwenden, Problemlösen und Reflektieren verlangt, richten Lernende ihre Vorbereitung eher auf diese Kompetenzen aus.
Vergleich: nicht abgestimmt und abgestimmt
- Lernziel
- Eine Position nachvollziehbar begründen.
- Lernangebot
- Begriffe auswendig lernen.
- Beurteilung
- Begriffe in einem Multiple-Choice-Test erkennen.
Ziel, Lernen und Beurteilung verlangen unterschiedliche Leistungen.
- Lernziel
- Eine Position nachvollziehbar begründen.
- Lernangebot
- Argumente entwickeln, prüfen und diskutieren.
- Beurteilung
- Eine Position mit geeigneten Argumenten begründen.
Ziel, Lernen und Beurteilung richten sich auf dieselbe Kompetenz.
Was am Ende beurteilt wird, beeinflusst, worauf Lernende ihre Aufmerksamkeit und Anstrengung richten.
So gehst du vor
- Vom Ende her denken: Formuliere zuerst die Anwendungssituation – was sollen die Lernenden am Schluss tun können, und in welchem konkreten Kontext?
- Kompetenzen zu Lernzielen konkretisieren: Leite aus der Lehrplan-21-Kompetenz ein oder mehrere beobachtbare Lernziele ab (Verb + Produkt/Verhalten + Kontext).
- Niveaus mitdenken: Plane für unterschiedliche Ausgangslagen – ein Basisziel und ein erweitertes Ziel statt eines einzigen Anspruchsniveaus für alle.
- Erfolgskriterien festlegen: Bestimme 2 bis 4 Kriterien, an denen sich Qualität zeigt, und formuliere sie so, dass Lernende sie verstehen.
- Transparenz herstellen: Kommuniziere Ziele und Kriterien vor oder zu Beginn der Einheit – z. B. mit Beispielen guter Lösungen oder einem Kriterienraster.
Was heisst das für unsere Schule?
Wenn ein Team sich auf eine gemeinsame Vorlage für Lernziele und Kriterien einigt, sinkt der Aufwand für die einzelne Lehrperson, und Lernende erleben über Fächer und Klassen hinweg eine konsistente Erwartungshaltung. Das ist ein naheliegendes erstes Entwicklungsfeld für eine pädagogische Konferenz.
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