Lernangebot nutzen
Wie werden Schülerinnen und Schüler zu Zuständigen ihres eigenen Lernens?
Formative Beurteilung steuert das weitere Lernen
Formative Beurteilung verbindet Ziele, Informationen zum aktuellen Lernstand und konkrete nächste Schritte. Dabei ist nicht nur die Lehrperson aktiv: Lernende übernehmen Verantwortung für das eigene Lernen und unterstützen sich gegenseitig als Peers.
Ziele und Erfolgskriterien klären
Gemeinsam verstehen, was erreicht werden soll und woran eine gelungene Leistung erkennbar ist.
Lernstand und Denkwege sichtbar machen
Informationen über Verständnis, Strategien, Schwierigkeiten und Fortschritte gewinnen.
Nächste Lernschritte ableiten
Rückmeldungen und Erkenntnisse in konkrete weitere Handlungen übersetzen.
Strategie 1: Lernziele und Erfolgskriterien klären
Gemeinsam verstehen, was erreicht werden soll und woran eine gelungene Leistung erkennbar ist.
Bezug: Wohin gehen wir?
- Lehrperson
- Lernende
- Peers
Praxisimpuls
Zeige zwei unterschiedlich gelungene Beispiele und kläre gemeinsam die Erfolgskriterien.
Werkzeug: Lernziele beobachtbar formulierenStrategie 2: Informationen zum Lernstand erheben
Mit Aufgaben, Fragen und Diskussionen Informationen zum Lernstand erheben
Denkwege, Verständnis, Schwierigkeiten und bereits vorhandene Kompetenzen sichtbar machen.
Bezug: Wo stehen wir?
- Lehrperson
- Lernende
- Peers
Praxisimpuls
Nutze eine diagnostische Frage, ein kurzes Gespräch oder ein Abschluss-Ticket.
Werkzeug: Abschluss-Ticket einsetzenStrategie 3: Lernende als Zuständige ihres eigenen Lernens aktivieren
Eigene Ziele setzen, den aktuellen Stand einschätzen und Erkenntnisse für die Weiterarbeit nutzen.
Bezug: Wo stehen wir? → Wie geht es weiter?
- Lernende
Praxisimpuls
Lass Lernende ihren aktuellen Stand einschätzen und einen nächsten Schritt formulieren.
Werkzeug: Selbstbeurteilung einführenStrategie 4: Lernende als lehrreiche Ressourcen füreinander aktivieren
Ergebnisse vergleichen, Fragen stellen, Peerfeedback geben und gemeinsam Lösungen weiterentwickeln.
Bezug: Wo stehen wir? · Wie geht es weiter? (auch Wohin gehen wir? möglich)
- Peers
- Lernende
Praxisimpuls
Strukturiere Peerfeedback mit klaren Kriterien und passenden Satzanfängen.
Werkzeug: Peerfeedback mit Satzanfängen anleitenStrategie 5: Lernförderliches Feedback erteilen
Zielbezogene Rückmeldungen geben, die konkrete nächste Schritte ermöglichen.
Bezug: Wie geht es weiter?
- Lehrperson
- Lernende
- Peers
Praxisimpuls
Formuliere Feedback zielbezogen, konkret und handlungsorientiert.
Werkzeug: Elaboriertes Feedback gebenRollen im Überblick
Lehrperson
Ziele klären, Lernprozesse sichtbar machen, Feedback geben und passende Unterstützung anbieten.
Lernende
Das eigene Lernen einschätzen, Verantwortung übernehmen und nächste Schritte planen.
Peers
Fragen stellen, Rückmeldungen geben und einander als Lernressource nutzen.
Die Matrix ist ein Ordnungsrahmen: Die Strategien greifen ineinander und lassen sich nicht auf jeweils eine einzelne Zelle festlegen.
Formative Beurteilung ist kein zusätzlicher Test, sondern ein Bestandteil des Lernprozesses.
Ein Instrument ist nicht automatisch formativ. Entscheidend ist, dass die gewonnenen Informationen für das weitere Lernen genutzt werden.
So gehst du vor
- Eigene Ziele setzen lassen: Lass Lernende vor einer Aufgabe eigene Schwerpunkte oder Etappenziele festlegen, statt nur die Vorgabe der Lehrperson zu übernehmen.
- Selbsteinschätzung anleiten: Gib einfache, konkrete Fragen oder ein Kriterienraster an die Hand, damit die Einschätzung nicht bei einem vagen Gefühl bleibt.
- Peerfeedback strukturieren: Führe Rollen ein (z. B. eine Person achtet auf Inhalt, eine auf Sprache) und stelle Satzanfänge zur Verfügung, damit Rückmeldungen konkret und wertschätzend bleiben.
- Übung vor Ernstfall: Lass Peerfeedback zuerst in einer risikoarmen Übungssituation stattfinden, bevor es in eine bewertete Situation einfliesst.
- Ergebnisse nutzbar machen: Sorge dafür, dass aus Selbst- und Peerfeedback ein konkreter nächster Schritt entsteht, nicht nur eine Einschätzung.
Was heisst das für unsere Schule?
Peerfeedback und Selbstbeurteilung brauchen eine gemeinsame Sprache im Kollegium – sonst erleben Lernende in jedem Fach andere Regeln. Ein Konferenzbaustein zu Feedbackkultur schafft hier eine gemeinsame Grundlage.
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